Bor wurde bis 1981 als für die menschliche Ernährung unwichtig erachtet. Man vermutet heute, dass Bor ein essenzielles Spurenelement ist, allerdings steht der letzte wissenschaftliche Beweis dafür noch aus. Für Tiere ist Bor essenziell.

Bor ist an der Bildung von Hormonen wie Östrogen, Testosteron, aber auch Vitamin D beteiligt. Auch gibt es Zusammenhänge zwischen der Versorgung mit Bor und Aktivitäten im Gehirn. Ein Mangel an Bor führte bei untersuchten Patienten zu geringerer Aufmerksamkeit.

Bor bei Arthritis und Arthrose

arthrose borRelativ genau sind die Stoffwechselvorgänge von Bor bei Arthritis bekannt. Bor agiert zusammen mit Adenosintriphaophat (ATP), dem Energieträger, und ermöglicht Reparaturprozesse in der Zelle. Zusammen mit Vitamin C und Bioflavonoiden ist Bor in der Lage, den Abbau von Hyaluronsäure weitgehend zu hemmen. Mangelt es dem Körper an Bor, so wird Hyaluronsäure also deutlich schneller abgebaut.

In Gebieten mit einem hohen Arthritis-Anteil in der Bevölkerung wurde festgestellt, dass ca. 1-2 mg Bor täglich mit der Nahrung eingenommen werden. In Gebieten mit geringer Arthritisrate wurden jedoch 5 mg – 10 mg Bor täglich mit der normalen Ernährung eingenommen.

In einer Untersuchung wurden Arthritispatienten zwei Monate lang 6 mg Bor täglich gegeben. Die Patienten erfuhren eine verbesserte Gelenkbeweglichkeit und reduzuerte Gelenkschwellungen. 1 Auch wenn weitere Studien zur Rolle von Bor bei Gelenkerkrankungen ausstehen, so erscheint im Moment die Einnahme von Bor bei Arthrose und Arthritis gemeinsam mit anderen Spurenelementen und Mikronährstoffen empfehlenswert.

Bor in der Nahrung

Bor ist hauptsächlich in pflanzlicher Nahrung enthalten. Vegetarier dürften daher mehr Bor aufnehmen. Durch Umweltgifte wie Holzschutzmittel oder gechlortes Wasser, aber auch durch Alkohol, wird Bor gebunden.

Die langfristig völlig sichere tägliche Zufuhrmenge von Bor liegt bei 20 mg täglich.

  1. Nielsen FH et al., Growing Evidence for human health benefits from boron., Evidence Based Compl Alt Med, 2011, 16(3): 169-180