Das eisenähnliche Mangan findet seine natürlichen Vorkommen überwiegend in so genanntem Braunstein, der seinen Namen den färbenden Eigenschaften verdankt. Archäologische Funde belegen, dass auf dem Gebiet des heutigen Frankreich bereits vor 17.000 Jahren Höhlenzeichnungen mit manganhaltigem Gestein ausgeführt wurden. 1 Seit etwa 300 v.C. kam es im Römischen Reich auch bei der Herstellung von Glas zum Einsatz.

Dabei machten sich die Handwerker die unterschiedliche Reaktion von Mangan auf andere Stoffe zu Nutze: bei Verwendung von Braunstein erhielten sie deutlich dunkel gefärbte Produkte; beim Einsatz von Manganoxid in Verbindung mit Eisen dagegen farblose. 2 Erst in den 70-er Jahren des 18. Jahrhundert gelang es Wissenschaftlern, Mangan aus seinem natürlichen Vorkommen zu separieren. Dabei erhielt es nacheinander die Namen Braunsteinkönig und Manganesium. Wegen der Verwechslungsgefahr mit Magnesium wurde diese Bezeichnung schließlich auf Mangan verkürzt.

Im Zuge der Industrialisierung während des 19. Jahrhunderts gewann Mangan große Bedeutung bei der Eisenverarbeitung, da es die Formbarkeit verbesserte. Auch heute noch spielt das Element eine wichtige Rolle beim Einsatz verschiedener Metalle.

Mangan im menschlichen Körper

Der menschliche Organismus enthält etwa 10-20 mg Mangan. Als Spurenelement ist es u.a. für

  • die Bildung von Schilddrüsen- und Sexualhormonen
  • die Verarbeitung von Cholesterin
  • die Insulinproduktion
  • das Knochenwachstum
  • die Speicherung von Glukose in der Leber

zuständig. Desweiteren wirkt Mangan

  • beim Schutz vor freien Radikalen
  • bei der Energiebereitstellung in den Zellen

mit.

Täglicher Bedarf an Mangan

Die tägliche Manganzufuhr wird von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung mit folgenden Schätzwerten beziffert: 3

  • ab 4. bis einschließlich 12. Lebensmonat: zwischen 0,6 und 1,0 mg
  • ab 1. bis einschließlich 3. Lebensjahr: zwischen 1,0 und 1,5 mg
  • ab 4. bis einschließlich 6. Lebensjahr: zwischen 1,5 und 2,0 mg
  • ab 7. bis einschließlich 9. Lebensjahr: zwischen 2,0 und 3,0 mg
  • ab 10. Lebensjahr und darüber hinaus: zwischen 2,0 und 5,0 mg

Von der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA gibt es noch keine offizielle Empfehlung für eine tägliche Zufuhrempfehlung, es wird aber die Menge von 3mg Mangan täglich diskutiert (Stand August 2013).

Aufnahme von Mangan über die Nahrung

Pflanzliche Lebensmittel gelten als besonders gute Manganlieferanten. Daher wird der Manganbedarf vor allem über

  • Getreide, besonders Vollkornmehl, Reis und Haferflocken
  • Wal-, Erd- und Haselnüsse
  • Mandel- und Pinienkerne
  • Hülsenfrüchte
  • Trockenobst, besonders Aprikosen, Orangeat und Zitronat
  • Sojaprodukte
  • Schwarzen Tee
  • zahlreiche Gewürze in Blattform wie Lorbeer, Salbei, Borretsch; aber auch Kapern, Pfeffer, Nelken und Kardamom

gedeckt. 4

Bei

  • erhöhtem Süßwaren-, Weißmehl- oder Fleischkonsum
  • Rauchern
  • langfristiger Einnahme von Psychopharmaka
  • Asthma
  • Arthrose
  • Osteoporose
  • Diabetes
  • Menstruations-, Rücken- oder Bandscheibenbeschwerden
  • Schizophrenie
  • Epilepsie
  • Wachstums- oder Bewegungsstörungen

sollten die Manganwerte besonders kritisch beobachtet werden.

Manganmangel

manganManganmangel ist ausgesprochen selten und wurde bisher nur bei extrem manganarm ernährten Tieren beobachtet. Dabei verändert sich die Enzymaktivität und zieht folgende Störungen nach sich:

– Immunschwäche mit verminderter Antikörperbildung und Infektanfälligkeit
– Deformationen von Knochen und Knorpeln
– Pigmentverlust
– Hautfunktions-, Blutgerinnungs- und Fruchtbarkeitsstörungen
– Appetitlosigkeit
– Erhöhung der Phosphor-, Kalzium- und Glukosewerte im Blut

Mangan Überdosierung

Im Rahmen einer normalen Ernährung oder bei sachgemäß eingesetzten Nahrungsergänzungsmitteln ist eine Überdosierung ausgeschlossen. Manganüberschuss entsteht ausschließlich durch Einwirkungen von außen. Werden bei der Arbeit mit Mangan oder Manganverbindungen Staub oder Rauch eingeatmet, kann dies zu

  • Atemwegserkrankungen
  • Schädigungen des Zentralnervensystems
  • psychische Störungen
  • Veränderungen im Blutbild

führen. 5

  1. E. Chalmin, M. Menu und C. Vignaud: “Analysis of rock art painting and technology of Palaeolithic painters”, veröffentlicht in “Measurement Science and Technology” 2003, S. 1.590-1.597
  2. W. Patrick McCray: “Glassmaking in renaissance Italy: The innovation of venetian cristallo”, veröffentlicht in “JOM – Journal of the Minerals, Metals and Materials Society”, 1998, S.14-19
  3. Zahlenangaben: Deutsche Gesellschaft für Ernährung “Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr”
  4. C. Ekmekcioglu und W. Marktl: “Essentielle Spurenelemente: Klinik und Ernährungsmedizin”, Springer-Verlag 2006
  5. Merkblatt zu Berufskrankheiten Nr. 1105; Bekanntmachung des BMA vom 19.05.1964, BArbBl Fachteil Arbeitsschutz 1964, S. 128f.